Roter Ozean ist Thriller-Bestseller

Zeit für ein dickes Dankeschön an all diejenigen, die mich unterstützen, lesen, weiterempfehlen und Alex Martin und mir treu zur Seite stehen. Ich freue mich wie verrückt, dass es „Roter Ozean: Im Fahrwasser der Macht“ geschafft hat, in der Kategorie Action – Thriller & Spannung Bestseller zu werden. 🙂
Es macht sich wunderschön, vor seinen Idolen (Dan Brown, Clive Cussler) posititioniert zu sein 😀

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Andaman Islands, Tag 3 Havelock South

Tag 3: Havelock South N 11° 56,65‘ E 092° 59,35‘

Um 7 Uhr sind wir schon wach (in Thailand wäre es halb 9). Die Zeit nutze ich zum Steppen, denn Rapport ist um 8 Uhr. Möglichst freundlich sage ich, dass wir noch an der gleichen Position wie am Vorabend liegen (und nicht magisch teleportiert sind – das schenke ich mir) und immer noch 2 Personen Crew an Bord haben. Aber, o weh! Sie finden uns auf ihrem Radar nicht. Ich bleibe entspannt, sage einfach, dass wir heute in der Gegend bleiben und überlasse es ihnen, uns zu finden. Denn wir wollen erst mal Schnorcheln. Dieses Mal auf der anderen Seite, im Kanal zu Neille Island.

Doch es bringt nicht die erhoffte Verbesserung. Hier gibt es fast noch weniger zu sehen. Dafür dauert es nicht lang und die Küstenwache kreuzt mit ihrem riesigen Dampfer auf. Ob es Zufall oder zur Kontrolle von uns ist, können wir nicht sagen, aber es grummelt ein bisschen in uns. Sie fahren recht dicht an uns Schnorchlern vorbei. Kaum zurück an Bord gehen wir ankerauf – nur ein kleines Stück weiter nach Westen. Hier gibt es einen großen Schnitt landeinwärts, den man mit dem Kajak erkunden kann. Auch der Ankerplatz kann sich durchaus sehen lassen. Die weißen Kreidefelsen leuchten heute in der Sonne auf, grün funkeln die Bäume darauf, voraus ein endlos langer Strand und Mangrovengebiet. Nach dem Frühstück geht es los. Nachdem es eine weite Strecke ist, wollen wir es zuerst mit dem Dinghy erforschen. Und das ist gut so. Ewig ziehen sich die Wasserwege landeinwärts. Zuerst breit, dann zweigen sich immer schmaler werdende Seitenarme ab. Dies sind natürlich die, die wir erforschen wollen.

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Plötzlich riecht es verbrannt. Voraus liegen zwei hölzerne Paddelboote. Vielleicht wird hier das Mangrovenholz zu Kohle verarbeitet – die beste (und am weitesten verbreitete) Holzkohle, die es geben soll. Wir erforschen das gesamte Gebiet. Als es eine Stelle gibt, an der wir anlanden können, hält uns nichts mehr. Durchs knöcheltiefe Laub kämpfen wir uns voran – Hajot barfuß. Ich bin über meine Flipflops froh. Welches war die Insel mit den ganzen Schlangenarten von Königskobra über Vipern? Sie kommen hier fast überall vor. Ich gebe mir keine Mühe, leise zu gehen.

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Spannend sind auch die Löcher im Sand, neben denen sich kleine Kugeln aufgehäuft haben. Ob sich Krabben hier ihre unterirdischen Löcher graben? Und warum sieht der „Abraum“ so kugelförmig aus? Wir werden es herausfinden.

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Auch der ewig lange puderweiße Strand muss natürlich erforscht werden. Die Ebbe naht und das freigelegte Riff zischt eigenartig, ich kann jedoch nicht herausfinden ob es das Meer oder die kleinen Krabben sind, die über den lehmigen Grund huschen.

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Wir sind nicht allein hier – ein Fischer wirft im flachen Wasser seine Netze aus. Er grüßt schüchtern zurück. Das Wasser sinkt schnell und wir beeilen uns, hier wegzukommen, bevor wir noch feststecken. Stellenweise müssen wir unser Dinghy schon schieben. Ein großer Torpedorochen flitzt vor unserem Bug weg – schade, dass wir keine Zeit haben, bei ihm zu verweilen. Dafür schnorcheln wir das Riff um den Ankerplatz der Taimada ab. Es bietet sich ein ähnliches Bild von abgestorbenen Korallen und wenig Fisch wie am Morgen. Plötzlich pickt mich was ins Bein. Ich zucke zusammen. Da habe ich mich doch glatt zu lang über einer Putzerstation aufgehalten. Eilfertig werden meine Oberschenkel von zwei kleinen Putzerfischen gesäubert. Ich lasse sie gewähren. Auf dem Rückweg sind meine Arme dran.

Zurück an Bord ruft die Arbeit. Der Blog und mein Buch wollen geschrieben werden. Und natürlich der obligatorische Rapport abgelegt.

 

 

 

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Andaman Islands, Tag 2 Havelock South

Havelock South N 11° 52,95‘ E 093° 01,62

 

Pünktlich um kurz vor acht Uhr melden wir uns bei der Port Control in Port Blair ab. Nach einigem Datenabgleich sind wir ausklariert – mit dem Hinweis, dass wir uns unbedingt zweimal am Tag zu melden hätten. Wir versichern, dass wir das machen werden. Wieder scheint das Verständnis über das Fortbewegungsverhalten eines Segelbootes nicht wirklich vorhanden, als ich gefragt werde, welchen Speed und wann unsere Ankunftszeit ist, und darauf erwidere, dass es vom Wind abhängt. Schließlich sage ich einfach Speed 6 Knoten, Ankunftszeit zwischen 15 und 16 Uhr, damit sind sie zufrieden.

 

Der Himmel zeigt sich heute sehr bedeckt, doch der Wind ist stärker als erwartet – allerdings leider aus der falschen Richtung. Wir müssen aufkreuzen. Anfangs noch etwas ruppig, bekommen wir in der Abdeckung von Havelock Segeln vom Feinsten. Ein echtes Highlight haben wir auch noch: Delfine!

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Die ersten seit gefühlten Ewigkeiten! Die drei springen vor unserem Bug und begleiten uns ein Stück. Viel zu schnell verschwinden sie wieder. Ich bleibe vorn sitzen und genieße das Dahinrauschen. Ab und zu spritzt warmes Wasser gegen meine Füße. Plötzlich klopft mein Herz schneller. Da sind sie wieder! Die Delfine sind nicht weg, sie haben nur ihre ganze Sippe dazu geholt. Eine große Gruppe schießt nun zwischen unseren Rümpfen dahin, manche springen und machen Kapriolen.

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Pünktlich um 15.45 Uhr fällt unser Anker in Havelock South. Kreidefelsen, die mit Urwald bewachsen sind, erwarten uns an Land. Wir sind schon richtig gespannt aufs Schnorcheln. Da wir zwischen 16 und 17 Uhr unsere Position durchgeben müssen, warten wir noch, doch nachdem um 16 Uhr ewig belegt ist, hält uns nichts mehr. Da die Strömung hier kräftig pfeift, fahren wir mit dem Dinghy gegenan und lassen uns zurück treiben. Von „stunning coral gardens“ ist erst mal nichts in Sicht. Kaputte Korallen, recht wenig Fisch. Auch die 30 Meter Sichtweite sind deutlich unterschritten. So konzentrieren wir uns auf die paar Rifffische die da sind – große Papageifische, einige Doktorfische, auch der ein oder andere Kaiser lässt sich blicken. Die Erwartungen waren an dieses gelobte Gebiet hoch, aber das kann sich schnorcheltechnisch noch deutlich steigern. Wie genießen es trotzdem, endlich mal nicht mehr vernesselt zu werden (das größte Manko in Thailand) und die Erfrischung, die das Wasser bietet. Kurz vor 17 Uhr sind wie wieder zurück zum rechtzeitigen Rapport. Die Bestrafung, die uns sonst droht, wollen wir lieber noch nicht am ersten Tag austesten.

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Auf zu neuen Ufern

The Andaman Islands have everything you could desire from an adventurous yachting destination. There are literally hundreds of deserted islands to explore, each one seemingly more spectacular than the last. The beaches are magnificently pristine and the snorkelling and scuba diving are amongst the best in the world, with an almost untouched marine ecosystem.

There is a live volcano, thousands of square miles of untouched jungle, exotic and thriving wildlife and primitive hunter-gatherer tribes. The fishing is amongst the best in the world.

The Andamans is also starting to develop a superb reputation as a frontier surfing destination where the reef breaks have never been surfed before.

The Andaman Islands were declared a World Heritage Site in 2002. 

Das sagt der Southeast Asia Pilot über unser nächstes Gebiet. Und wir freuen uns schon riesig! Wir haben uns bis oben hin vollproviantiert für die nächsten drei Monate, ausklariert und uns in Port Blair ordnungsgemäß angemeldet – jetzt sind wir gespannt, was uns erwarten wird.

 

Die Tage starten ruhig. Wenig Wind, der Himmel zeigt sich zum Abschied recht bedeckt und natürlich regnet es täglich, seit wir unsere Pumpe für den Wassermacher eingebaut haben. P1090902 Große WebansichtAber wir beschweren uns nicht – das gibt ein sauberes Deck.

Doch auf dem Weg fangen wir uns erst einmal eine Reuse rein uns müssen die Schraube wieder befreien.

 

 

Im Landschutz von Thailand fahren wir gen Norden, auf Höhe der Andamanen, bevor wir dann über die Surin Inseln, wo uns das klare Wasser schon beim Drüberfahren anlacht, von Thailand verabschieden.

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„Was macht ihr, wenn ihr auf hoher See krank werdet“, werden wir oft gefragt. Gute Frage. Pünktlich zum Abfahrt, wo wir für die nächsten Tage weitab von allem sind, zeigt sich der Inhalt der Toilettenschüssel rot. Blasenentzündung. Richtig heftig. Mit Schmerzen. Starten? Starten.

Natürlich ist das auch eine der wenigen Erkrankungen, für die ich jetzt nichts an Bord habe. Man hat ja immer das, was man nicht braucht zur Hand.

Antibiotika? Mal abwarten. Das hatte ich gerade erst mit Augenentzündung und Bronchitis. Schon wieder muss ja nicht. Viel trinken hilft auch – literweise schütte ich Ingwer-Tee in mich hinein, das soll ja auch desinfizierend wirken. Es hilft.

 

Dafür ist der Wind wesentlich besser als die Vorhersage. Hatten wir uns schon geärgert, dass wir bei null Wind los müssen, weil wir ausklariert und angemeldet sind, so bläst ein gemäßigter Nordnordost-Wind, der die Taimada bei ruhiger See gemächlich vorantreibt. Das ist Segeln, wie es das Herz begehrt.

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Und umso weiter wir weg vom Festland kommen, umso freier fühlen wir uns. Weg von den Bojen, auf die man ständig aufpassen muss. Weg von dem ständigen Brummen der Fischerboote, das einen konstant begleitet hat. Das einzige Geräusch ist das sanfte Rauschen der Wellen unter unseren Rümpfen. Herrlich!P1090975 Große Webansicht

Wir verlagern den Lebensmittelpunkt ins Netz. Die Umstellung auf 4-Stunden-Wachen fällt bei dem ruhigen Wetter einfacher als erwartet. In der Nacht leuchtet der Mond uns hell den Weg und ich kann die Zeit nutzen, einige Testlese-Manuskripte der Kolleginnen durchzuarbeiten.

 

 

Drei Frachter begegnen uns auf der gesamten Strecke. Und alle haben Kollisionskurs – es ist einfach unglaublich. Es würde uns immer genau treffen. Als Segelboot haben wir vor diesen Riesen Vorrang – doch es hilft ja hinterher nichts. Aber – ob es Dank unseres neuen AIS ist, das die anderen Schiffe auf uns aufmerksam macht – sie weichen uns alle aus und passieren uns an unserem Heck.

Die Ruhe und Abgeschiedenheit inspirieren und ich komme bei dem ruhigen Wasser ein ganzes Stück an meinem Manuskript, der Fortsetzung von „Im Fahrwasser der Macht“, voran.

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Gerade als ich gemütlich an Deck sitze, aufs Meer schaue und denke, wie grenzenlos die Freiheit mitten auf dem Meer ist und wie wohl ich mich zwei Tagesreisen weg von jeglichem Land fühle, höre ich ein Brummen. Ich eile hinaus. Ein Flugzeug fliegt im Tiefflug direkt über uns. Eilig etwas übergeworfen und noch mal geschaut, überlegt, ob ich Hajot, der in seiner Freiwache tief und fest im Netz schläft, wecken soll, damit er das Handtuch über sich zieht, da kommt schon der Funkruf. Die indische Küstenwache möchte unsere Daten abklären. Brav gebe ich Namen, Schiffsdetails, den letzten und nächsten Hafen, Tiefgang usw. durch, dann drehen sie ab. Kurz darauf kommen sie wieder und fragen noch nach unserer ETA, der geschätzten Ankunftszeit in Port Blair. Mit dem abflauenden Wind und unter Motorkraft, die wir ja steuern können, sind wir genau im Plan. ETA Freitagmorgen, acht Uhr. Zero eight hundred werde ich gefragt und bestätige.

 

Dann wird es wieder ruhig um uns und wir sind wieder allein in unserem kleinen schwimmenden Universum. Nur wir, der strahlend blaue Himmel, der sich über die tiefblaue See wölbt, ein paar Kumuli, die laue Brise und die obligatorischen fliegenden Fische. Ein leckerer Tuna erweitert unseren Speiseplan.

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Doch so langsam holt uns das Leben wieder ein. Wir müssen die gefühlt hunderte von Listen in x-facher Ausfertigung vorbereiten, die die Behörden in Indien von uns haben möchten. Der Drucker läuft heiß. Dann sind wir bereit für das, was vor uns liegt. Hoffentlich. Wir lassen uns überraschen.

 

 

 

 

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